Es gibt nichts, was es nicht gibt – Ahrtal-Motorsport fliegt das Blech weg

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Updated: Oktober 18, 2016
Boxengasse

Der Saisonabschluss der RCN ist neben der Veranstaltung im Rahmenprogramm des 24h-Rennens der zweite Saisonhöhepunkt. Zwar ist die Veranstaltung nicht mehr gewertet für die Meisterschaft, aber es wird wieder die GP-Kurzanbindung gefahren und das ermöglicht viele neue Erfahrungen, inklusive langer Boxengasse mit Nutzungsmöglichkeit der Boxen. Und diese Boxen musste Ahrtal-Motorsport leider ein- oder zweimal zu oft anfahren, als dem Team lieb war. Das 3h-Rennen hatte dabei so gut angefangen: der BMW M3, den man innerhalb von nur drei Wochen von einer Rohkarosse bis zum V5-Rennfahrzeug komplett aufgebaut hatte, startete pünktlich und in neuem Design in das Qualifying. Roitzheim und Moedebeck platzierten den renner auf Platz 5 von 15 in ihrer Klasse. “Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass wir das innerhalb so kurzer Zeit und dann auch meistens nur an den Abenden hinbekommen haben”, lobt Marc Roitzheim sein gesamtes Team. Der M3 lief wie ein Uhrwerk im Training und in der Qualifikation. Auch der zweite eingesetzte Wagen (BMW E36 325i), der in der Klasse H4 eingesetzt wurde, konnte mit guten Zeiten Platz 4 in seiner Klasse behaupten.

Direkt am Start konnte Roitzheim einige Startplätze gutmachen und auch bis auf die Döttinger Höhe halten. Bei den dort gefahrenen hohen Geschwindigkeiten bemerkte er jedoch ein auffälliges Flattern der Motorhaube und er entschied sich sicherheitshalber dazu, die Box anzusteuern. Über Funk war das Problem bereits mitgeteilt worden und schnell wurde die gesamte Motorhaube festgetaped. Allerdings war die aussichtsreiche Position damit weg. Also setzte Roitzheim sich an die anspruchsvolle Aufgabe, das Feld “von hinten” aufzurollen. Runde drei lief denn auch recht verheissungsvoll, bei den optimalen äusseren Bedingungen liess Roitzheim es richtig fliegen. Genau das tat dann auch die Motorhaube auch, als Roitzheim mit dem M3 auf der langen Döttinger Höhe auf ein anderes Fahrzeug auflief und gerade zum Überholen ansetzte. Mit einem Ruck riss die gesamte Haube vom Fahrzeug und entschwand aus dem Blickfeld des Fahrers. “Das war großes Glück, dass die gesamte Haube sich gelöst hat und nicht nur teilweise. Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte mir der Fahrtwind die Haube vor die Scheibe geschlagen – Blindflug bei über 200 km/h, von den Schäden an Scheibe und Dach ganz zu schweigen.” Marc Roitzheim steuerte sofort wieder die Box an – diesmal ohne Motorhaube. Später wurde von anderen Fahrern erzählt, dass die Haube gut und gerne 20 m hoch gestiegen sei, zum Glück aber kein anderes Fahrzeug mehr getroffen habe.
Woher nimmt man mitten in einem Rennen nun eine komplette Motorhaube? Ganser Motorsport konnte aushelfen und so wurde nach zwei weiteren Rollen Klebeband das Rennen wieder aufgenommen. Zwar ohne jede Aussicht auf Pokale, aber darum ging es auch gar nicht mehr für den M3. Wie beim 24h-Rennen hiess es nun: ankommen. Zwei Runden später wurde Roitzheim aber wieder in der Box gesichtet. das Team hatte nach der Motorhaubenaktion frische Ölflecken am ansonsten sauberen Boden der Box entdeckt und den M3 sicherheitshalber erneut an die Box geholt. Eine Schraube am Ölkühler hatte sich gelöst, wie sich schnell herausstellte. Man nutzte den Boxenstop zum Fahrerwechsel, das war nicht Roitzheims Tag …
Moedebeck ging nun mit dem M3 auf die Strecke und spulte fünf Runden ab, bis das Rennen leider abgebrochen wurde, da es im Bereich Wehrseifen zu einem Unfall mit großem Sachschaden gekommen war. Um die Streckenposten bei den Aufräumarbeiten nicht zu gefährden, war die Rennleitung zu diesem Entschluss gekommen. Für das Rennen wurden nach Abbruch demnach nur 14 Runden gewertet, Ahrtal-Motorsport war dabei mit dem M3 maximal 10 Runden weit gekommen.
Dennoch ist das gesamte Team zuversichtlich für den VLN-Lauf 10 am 22.10.2016. Der M3 hat gehalten, die Motorhaube wird nicht noch einmal wegfliegen, ist man sich sicher!

Neben den ganzen Sponsoren gilt vor allem ein großes DANKESCHÖN dem Team von Ganser Motorsport für die Unterstützung mit der Haube. Das war genauso, wie man es sonst von vielen 24h-Rennen gehört hat – auch im Wettbewerb hilft man sich gegenseitig. Doppeldaumenhoch!!!

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